top of page

„APPASSIONATA“ – Forschung trifft auf Leidenschaft

Aktualisiert: 22. Dez. 2022

Die Liebe zwischen Ludwig van Beethoven und Josephine Brunswick in einem Multimediawerk, das Forschung und persönliche Interpretation auf mehreren sinnlichen Ebenen verbindet: Die vielseitige Künstlerin Helga Váradi schafft aus ihrem eigenen Text, historischen Quellen, zeitgenössischer Poesie, schwarz-weißen Kunstfotos und Tonaufnahmen ein einmaliges, emotionales Werk.


Heute möchte ich ein faszinierendes Buchprojekt vorstellen: „APPASSIONATA“ von Helga Váradi. Sie beleuchtet die Beziehung von Ludwig van Beethoven und Josephine Brunswick und versteht es dabei, sowohl wissenschaftlich vorzugehen, als auch eine ganz persönliche Note hinzuzufügen. Die Autorin hat Originalquellen zusammengetragen, leidenschaftliche Briefe und Tagebucheinträge. Diese zeichnen das Bild einer innigen Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren ihres Werkes und untermauern die These, dass Beethovens unbekannte „Unsterbliche Geliebte“ Josephine Brunswick war. Beim Lesen erlebt man, wie sich die drei berühmtesten Liebesbriefe Beethovens in diese Liebesgeschichte einfügen. Die romantischen Worte könnten durchaus an Josephine gerichtet sein:


„Ewig mein. Ewig dein. Ewig unß.“

Trotz der klaren Perspektive gibt Helga Váradi nicht der Versuchung nach, das Aufgezeichnete als Beweise zu missdeuten, sondern bietet lediglich eine besondere Sicht auf historische Fakten an. Die Autorin reichert ihr Werk durch Gedichte aus der Zeit an, die einen Bezug zum Geschehen aufweisen. Und noch mehr: Sie selbst begibt sich in verschiedene Rollen, während sie sich die Thematik erschließt, sich gleichsam in die Personen einfühlt. Auf den Kunstfotos von Kaupo Kikkas ist sie in der Figur der Josephine zu sehen – schauspielerisch absolut überzeugend inmitten einer Profibesetzung.


Josephine Brunswick und Ludwig van Beethoven sitzen am Klavier - lächelnd und erfüllt..
© Kaupo Kikkas: Helga Váradi als Josephine Brunswick und Mátyás Tóth als Beethoven.

Über QR-Codes sind ausgehend von der Lektüre Abzweigungen zu Klavierwerken, Liedern und Kammermusik wählbar, die Helga Váradi als großartige Pianistin mit einigen Kolleg:innen zusammen eingespielt hat. Einen guten Eindruck von der Größe des Multimedia-Projekts bekommt man auf Helgas Webseite und durch den englischsprachigen Trailer. Jetzt ist das Werk auch auf Deutsch erhältlich.


Es ist bestimmt herauszuhören: Ich genieße ganz besonders den persönlichen Kontakt zu Helga Váradi, die sich mit ihrer künstlerischen Ader auf so einfühlsame Art dem Thema nähert. Sie hat ein Talent dafür, mit ihrer bezaubernden Art Kontakte zu knüpfen und sich intensiv und mit ihrem ganzen Wesen einer Thematik zu widmen. Dadurch hat sie zum Beispiel Zugang zu wertvollen Archiven erhalten, die ihr ganz neue Erkenntnisse verschafft haben.


Ich fühle mich privilegiert, sie in dieser wertvollen Arbeit als Lektorin unterstützt zu haben. Sehr gerne habe ich mich dieser delikaten und spannenden Materie gewidmet, war in Bibliotheken zur Quellenrecherche, habe kritisch die Argumentation nachvollzogen und ganz genau hingesehen. Das Originalwerk ist auf Ungarisch geschrieben, und die Qualität des deutschen Textes von der preisgekrönten Übersetzerin Agnes Relle hat mir große Freude bereitet: Die Worte sind mit einer Präzision gesetzt, die das Ungarische nicht vergisst und dennoch ganz im gehobenen Deutschen zu Hause ist.


Helga sagte bei unserem Treffen, sie und ihre Thematik hätten mich gefunden – und so war es: Ihr Buch ist auch mir zu einer echten Herzensangelegenheit geworden.


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comentários


bottom of page