Läuft es gut mit weiss texte?

Das werde ich so oft gefragt, dass ich jetzt, nach etwas mehr als einem Jahr, ein kurzes Resümee ziehen möchte. War es ein Abenteuer? Ja, denn anfangs habe ich täglich Neues gelernt und war mit Situationen konfrontiert, die ich so noch nicht kannte. Trotzdem lief alles relativ geordnet ab, und es haben sich viele Chancen ergeben. Dafür bin ich sehr dankbar.



Heute vor einem Jahr hatte ich bereits einige Rechnungen gestellt und eine schöne Zahl an weiteren Arbeiten auf dem Tisch. Es ging recht schnell, denke ich. Das hat mich ungemein beflügelt, und ich schreibe es in erster Linie meinem weitreichenden und fruchtbaren Netzwerk zu. Eine simple Wahrheit:

Empfehlungen sind Gold wert.

Während der ersten Wochen in der Freiberuflichkeit war ich viel mit Organisatorischem beschäftigt: Mein neues Geschäft musste amtlich angemeldet und bestätigt werden, ich hatte ein paar Meetings über ein Gründungsnetzwerk, habe mich über Plattformen für Freiberufliche und Auftraggeber informiert, meine Webseite gebaut, Dokument-Vorlagen erstellt und mir Gedanken zur Dokumentation sowie Stunden- und Honorarsätzen gemacht.


Dann kamen immer mehr interessante Aufträge herein, sodass ich bald ausgelastet war. Die neue Tätigkeit begann so richtig zu laufen, hatte ich das Gefühl. Einmal geriet ich in Sorge, bei diesem Tempo mithalten zu können, und befürchtete schon, die nächste Anfrage ablehnen zu müssen. Aber dem war nicht so, denn je mehr Arbeit ich hatte, desto mehr habe ich auch geschafft. Sich gut und straff zu organisieren ist eine Sache, aber mir ist noch etwas aufgefallen:

Produktivität ist ein dehnbarer Begriff.

Und damit meine ich nicht, dass das Mittagstief dem Schaffensdrang zusetzt oder eine Infektion einen lahmlegt und man danach wieder auf der Höhe ist. Nein, was mich fasziniert hat, war, wie die Produktivität mit der Zeit wächst, wie ich neue Aufträge besser einzuschätzen lernte, mit mehr Überblick an die Dinge herangehen und immer zielgerichteter arbeiten konnte. Bei jeder neuen Tätigkeit dauert es eine Weile, sich einzudenken und einzufühlen und sinnvolle Routinen zu entwickeln. Anfangs ist man naturgemäß etwas langsamer, aber bald steigt die Effizienz von ganz alleine. Meine Zweifel, ob ich alles zeitlich unterbringe, stellten sich jedenfalls als unbegründet heraus, eben weil Produktivität nichts gleichbleibend Intensives ist.


Wenn der Schreibtisch allzu voll ist, muss mal etwas Freizeit geopfert, vor allem aber gut priorisiert werden. Dies ist der Grund dafür, dass das Schreiben von Blogbeiträgen zeitweise etwas gelitten hat; wenn da eine Weile nichts kommt, kann das also auch ein gutes Zeichen sein. (Und wie ich weiß, wird es auch von außen oft als solches gelesen.)


Und so kann ich mich nach eineinviertel Jahren Selbstständigkeit glücklich schätzen, eine sehr zufriedenstellende Zahl an unterschiedlichsten Aufträgen erledigt zu haben: Neben viel Belletristik und diversen Texten, die sich mit Musik beschäftigen, waren da schöne Themen aus den Bereichen Pädagogik/Bildung und New Work, Wirtschaft, Mobilität, Marketing, Rechtswissenschaften und Gesundheit.

Auch die Textformen waren äußerst vielfältig: vom Newsletter, Mailing und Werbeflyer bis zum Onlinecontent und Zeitschriftenartikel, von Untertiteln und Whitepapers bis zur wissenschaftlichen Schriftenreihe, von Bewerbung und Lebenslauf bis zu Exposés, Romanen und Fachbüchern.


An all dem habe ich gearbeitet und gelernt und durfte mich dank wertvoller Feedbacks und viel Zuspruchs weiterentwickeln. Dazu hat sich mit einigen Auftraggebern eine regelmäßige Zusammenarbeit ergeben, was das Kalkulieren und Zeiteinteilen deutlich erleichtert und eine schöne Kontinuität ins Arbeitsleben bringt. Nicht zuletzt habe ich dabei aber einige Menschen ganz gut kennengelernt. Das ist auf der persönlichen Ebene einfach sehr erfreulich und bereichernd; man fühlt sich nicht so allein am heimischen Schreibtisch.


So weit das Resümee, das ich heute ziehen kann. Und was nehme ich mir für die Zukunft vor? Ich werde meine Leser:innen hier demnächst an ein oder zwei Projekten teilhaben lassen, um damit ein konkreteres Bild von meiner Arbeit zu zeichnen.


Jedenfalls bin ich gespannt auf alles, was noch kommt, und möchte mich sehr herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung von allen Seiten bedanken.


Veronika Weiss

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